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Wald-Grasland-Dynamik im südlichen Brasilien
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Im südlichen Brasilien herrschen in weiten Bereichen Grasländer vor,
obwohl das Klima die Entwicklung von Wäldern zulässt. Man vermutet,
dass Beweidung und Feuer, beides sowohl natürlich als auch anthropogen,
die Grasländer als Relikte aus dem frühen Postglazial bis heute
stabilisieren. Bei Nutzungsaufgabe kann eine rasche Entwicklung zu Buschland
und Wald beobachtet werden. Die genauen Sukzessionsmechanismen sind jedoch
unbekannt und lassen Prognosen zur Vegetationsentwicklung ebenso wenig zu wie
Bewertung der Folgen für die hohe floristische Diversität der Region.
Ziel unserer Arbeit, die an mehreren Standorten im südlichsten
brasilianischem Bundesstaat Rio Grande do Sul erfolgt, sind das Identifizieren
der wichtigsten Faktoren, die die Wald-Grasland-Dyanmik prägen, die
Charakterisierung der Strategien der Arten sowie das Verständnis der
Graslanddiversität. Daneben wenden wir die Ergebnisse unserer Forschung in
Naturschutz- und Landnutzungsplanung an.
Unsere Projekte in Brasilien werden durch die DFG, den DAAD, CAPES (Brasilien)
und den Freistaat Bayern gefördert. Wir arbeiten eng mit dem Department
für Ökologie der Universidade Federal do Rio Grande do Sul, Porto
Alegre,
RS, Brasilien (UFRGS) und den Lehrstühlen für Bodenkunde sowie
Forstpolitik zusammen.
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Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls für Vegetationsökologie der TUM im
südlichen Brasilien
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Laufende Projekte:
Wald-Grasland-Dynamik auf dem südbrasilianischen Planalto: Einwanderungs-
und
Regenerationsstrategien von Gehölzarten von Wald und Grasland
Ziel ist die Charakterisierung von Einwanderungs- bzw. Regenerationsstrategien
repräsentativer Gehölzarten der Grasländer bzw. Pionierarten des
Waldes im
Grasland, mit und ohne Einfluss des ortsüblichen Weidemanagements
(Rinderbeweidung und Brand im Abstand von ein bis zwei Jahren). Ein
Schwerpunkt der Untersuchtungen liegt auf dem Keimungs- und Etablierungsstadium
sowie der Regenerationsfähigkeit der Arten nach Störung. Die Arbeit
stellt
einen Beitrag zur Erforschung der Wald-Grasland-Dynamik in Südbrasiliens
dar.
Die Untersuchungen finden vorwiegend in Mosaikkomplexen von Araukarienwald mit
z.T. beweideten, z.T. verbrachten Grasländern auf dem
südbrasilianischen
Planalto statt.
Projektbearbeitung: Dipl. Ing. Julia-Maria Hermann (Dissertation), in
Kooperation mit dem Departamento de Ecologia der UFRGS, Porto Alegre, Brasilien
Förderung: DFG; Freistaat Bayern/Capes
Biodiversität der Grasländer Südbrasiliens: Kolonisierung und Aussterben,
Regeneration und Koexistenz der Arten
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Erfassung der kleinräumigen Artenvielfalt
sowie der Vegetationsdynamik in südbrasilianischen Grasländern, unter
Berücksichtigung unterschiedlichen Landmanagements (Brand, Beweidung, Brache).
Als erklärende Parameter werden populationsbiologische Merkmale der Arten
(Überdauerungsorgane, Reproduktionsvermögen, Regenerationsvermögen) erhoben, um
die Mechanismen, die der hohen Artenvielfalt zugrunde liegen, darstellen zu
können.
Daneben wird im Rahmen des Projekts über einer Literaturrecherche die
Phytodiversität der südbrasilianischen Grasländer erstmals umfassend
dargestellt und interpretiert.
Projektbearbeitung: M.Sc. Alessandra Tomaselli Fidelis (Dissertation), in
Kooperation mit dem Departamento de Ecologia der UFRGS, Porto Alegre, Brasilien
Förderung: Stipendium des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD);
Freistaat Bayern/Capes
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Abgeschlossene Projekte:
Einfluss von Feuer auf Pflanzenfunktionstypen und Vegetationsdynamik der
südbrasilianischen Grasländer
Trotz baumfähigen Klimas kommen im subtropischen Süden Brasiliens großräumig
äußerst artenreiche Grasländer vor, die als Relikte kälterer und trockener
Perioden gelten und vermutlich durch Feuer und Beweidung stabilisiert sind.
Feuerereignisse führen zu einer kurzfristigen Erhöhung der Artenzahl, da die
Konkurrenzwirkung der in länger ungebrannten Flächen stark dominierenden
Horstgräser verringert wird, deren Biomasseentwicklung den Brandrhythmus
steuert. Der Großteil der Graslandarten besitzt die Fähigkeit, nach einem Brand
die oberirdische Biomasse durch Wiederaustrieb rasch wiederherzustellen;
Stimulierung von Keimung durch Feuer scheint keine Rolle zu spielen. Feuer kann
als Managementinstrument für den Naturschutz eingesetzt werden.
Integrierte Diplom bzw. Masterarbeiten:
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Sebastian Klebe: "Interactions between fire and vegetation in subtropical
grasslands near Porto Alegre, Rio Grande do Sul, Brazil"
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Tina Schlossorsch: "Population biology of
Moritzia ciliata
, Rio Grande do Sul, Brazil"
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Alessandra Fidelis: "Effects of disturbance on population ecology on
Eryngium horridum
MALME in grasslands in Southern Brazil"
(Förderung durch DAAD sowie Freistaat Bayern/Capes).
Projektbearbeitung: Dr. Gerhard Overbeck (Dissertation), in Kooperation mit
Kollegen des Departamento de Ecologia der UFRGS, Porto Alegre, Brasilien
Förderung: DAAD/Capes (ProBral); Promotionsstipendium der Studienstiftung des
deutschen Volkes, DFG
Publikationen
Dissertation als PDF
Umsetzung der Biodiversitätskonvention in urbanen Expansionsräumen am Beispiel
der Stadt Porto Alegre
Ziel ist die Erarbeitung eines naturschutzfachlichen Leitbildes für die
Entwicklung von Porto Alegre, das als Grundlage für eine naturschutzfachliche
Bewertung des Gebietes sowie die Auswahl von Schutzgebieten bzw. Flächen mit
hoher Naturschutzpriorität dienen soll. Hierfür werden luft- und
satellitenbildgestützte Kartierungen der aktuellen Vegetation und der
Landnutzung im Freiraumbereich der Gemeinde Porto Alegre, mit Schwerpunkt auf
naturnahen Vegetationskomplexen der an die Stadt angrenzenden Hügel (morros),
durchgeführt und naturschutzfachlich bewertet. Zeitvergleiche von
Luftbildserien sollen die jüngste Siedlungsentwicklung charakterisieren und
Bereiche eines besonders hohen Nutzungsdrucks herausarbeiten.
Projektbearbeitung: Dipl.-Biol. Wolfram Adelmann (Dissertation), in Kooperation
mit dem Departamento de Ecologia der UFRGS, Porto Alegre, Brasilien
Förderung: DAAD/Capes (ProBral); Promotionsstipendium der TUM
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Forschungsgruppe Brasilien
in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen an der UFRGS
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Profa. Dra. Maria Luiza Porto und
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Prof. Dr. Valerio de Patta Pillar.
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