Ziel des Forschungsverbundes Agrarökosysteme München
(FAM) war die "Erfassung, Bewertung und Prognose nutzungsbedingter
Veränderungen in Agrarökosystemen". Am Lehrstuhl für
Vegetationsökologie wurden dazu zwischen 1990 und 2003 die Auswirkungen der Einführung nachhaltiger
Bewirtschaftungssysteme und die Effekte einer naturschutzfachlich
begründeten Landschaftsumgestaltung auf die Vegetation
untersucht. Das Arbeitsprogramm umfasste zahlreiche, teilweise
langfristige Erhebungen in Ackerflächen und Grünland, in
linearen Strukturen und in Brachen. Schwerpunkte der Untersuchungen
waren die langfristigen Einflüsse von ökologischem Landbau
und reduzierter Bodenbearbeitung auf die Ackerwildpflanzen, die
naturschutzbasierte Neuanlage bzw. Aufwertung von Grünland und
linearen Strukturen und die spontane und gesteuerte
Vegetationsentwicklung auf Acker- und Grünlandbrachen. Neben den
Erhebungen im Bestand wurden dabei umfassende Analysen zur
Populationsökologie und zur Diasporenbank im Boden
durchgeführt.
Ein weiteres Arbeitsgebiet der Arbeitsgruppe Agrarökologie sind
seit 2000 die Auswirkungen des Anbaus transgener Kulturpflanzen auf die
Umwelt. Im Projekt "Persistenz
und Ausbreitung von transgenen Kulturpflanzen und verwandten
Wildpflanzen" (Laufzeit 2000-2004) wurde die
Überlebensfähigkeit von transgenen und konventionellen
Rapssamen im Boden näher untersucht. In das Untersuchungsprogramm
wurden neben den Kulturpflanzen auch potenziell kreuzungskompatible
Wildpflanzen einbezogen.
Ging man bei den bisherigen Untersuchungen zur Pollenausbreitung
gentechnisch veränderter Pflanzen vereinfachend davon aus, dass
sich die Pollen von einem einzelnen Punkt ausbreiten, sollten im
Projekt "Raumrepräsentativität
technischer Pollensammler für ein Langzeitmonitoring von
gentechnisch veränderten Pflanzen" (Förderungsdauer
2001-2005) Methoden für eine flächenrepräsentative
Erfassung und Beschreibung der Pollenausbreitung entwickelt werden.
Im EU-Projekt SIGMEA (Sustainalbe Introduction of GMOs into the
European Agriculture) ist der Lehrstuhl für
Vegetationsökologie seit Herbst 2003 am Teilprojekt "Gene flow and
ecological field studies" beteiligt. Aus diesen Projektmitteln wird die
Modellentwicklung zur Pollenausbreitung (siehe oben) fortgeführt
und die Einbindung der eigenen Ergebnisse in ein europäisches
Datennetz gefördert. |